Marktplatz und Promenade

Nordbote 03.07.2015 von Heinrich Sövegjarto

Architektenwettbewerb für den Markt

In ihrer Sitzung am 23. Juni hat die Bezirksvertretung 5 die Verwaltung beauftragt, die zur Sitzung vorgelegten und von Dirk Baackmann (Planungsamt) erläuterten Grundkonzepte für eine Neugestaltung des Kaiserswerther Marktes planerisch weiter aufzuarbeiten, die Kosten zu ermitteln und entsprechende Mittel im Haushalt einzuplanen. Über die vier vorgelegten Varianten wurde nicht entschieden.

Sie unterscheiden sich durch unterschiedliche Barrierefreiheit (Erhöhung der Mittelinsel bzw. der Bürgersteige gegenüber der Fahrbahn). Diese Grundkonzepte sollen Grundlage für einen städtebaulichenfreiraumplanerischen Architektenwettbewerb werden.

Die mündlichen Beiträge der rund 200 Teilnehmer an der Bürgerversammlung Ende November 2014 in der Aula der Kaiserswerther Gemeinschaftsgrundschule und 134 schriftliche Anregungen und Vorschläge von Bürgern waren in die Grundkonzepte eingeflossen. Baumbepflanzung und Kfz-Verkehr rund um die Mittelinsel wurden mehrheitlich befürwortet. Über Parkregelungen (Ladeverkehr, Kurzparken, Anwohnerparken) gibt es keine Aussagen.

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Marktplatz Kaiserswerth um 1900

Am gleichen Tag fand die jährliche Mitgliederversammlung des Heimat- und Bürgervereins Kaiserswerth e. V. statt. In die Tagesordnung wurde von Markt-Anliegern (u.a. Interessengemeinschaft Kaiserswerther Markt) Anträge eingebracht, in einer schriftlichen Mitgliederbefragung abzufragen, ob und inwieweit Barrierefreiheit gewünscht wird. Der Vorstand des Heimat- und Bürgervereins hatte bisher für eine vollständige Barrierefreiheit von Hauswand bis Hauswand plädiert, im Gegensatz zur Interessengemeinschaft Kaiserswerther Markt. Erstgenannter verspricht sich damit eine flexiblere Nutzung auch für die Zukunft und einen Platzcharakter, die anderen wollen den bisherigen Charakter des Marktes beibehalten und mit Bordsteinkanten Parken auf dem Mittelstreifen und den Bürgersteigen verhindern. Es wurde dahingehend Einvernehmen erzielt, dass diese Mi t g l i e d e r b e f r a g u n g , schriftlich oder in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung, erst durchgeführt wird, wenn die Ergebnisse des Architektenwettbewerbs vorliegen. Wilhelm Mayer, Vorsitzender des Heimat- und Bürgervereins, möchte die Ergebnisse des Architekten-Wettbewerbs dann gern vorher im Museum des Vereins an der Fliednerstraße ausstellen.

Die CDU-Fraktion in der Bezirksvertretung 5 schreibt in einer anschließenden Presseerklärung:Der Kaiserswerther Markt ist ein städtebauliches Kleinod. Er hat es verdient, dass alle Beteiligten an einem Strang ziehen – Bürgerinnen und Bürger, Planungsexperten, Politik und Verwaltung! Nur auf diesem Weg kann es gelingen, gemeinsam die optimale Lösung für unseren Stadtbezirksmittelpunkt zu entwickeln.“

Dem ist nichts hinzuzufügen, außer dem Wunsch, dass nun zügig und zielorientiert eine, wie auch immer geartete, bauliche Aufwertung des Marktes umgesetzt wird.


 

Bezirksvertretung 05 vom 28.04.2015

Anfrage: Wettbewerb Kaiserswerther Markt

Unter großer Anteilnahme von Bürgerinnen und Bürgern stellte die Verwaltung im November vorigen Jahres die Neugestaltung des Kaiserswerther Marktes der Öffentlichkeit zur Diskussion vor. Dabei wurden die Rahmenbedingungen zukünftiger Gestaltung vorgestellt und die Bürgerinnen und Bürger um Stellungnahme gebeten.

Die Mitglieder der BV 5 begrüßen diesen ersten Planungsschritt als einen Baustein des am 28.01.2014 gefassten einstimmigen Beschlusses zur Umgestaltung des Kaiserswerther Marktes in Verbindung mit einem städtebaulich-freiraumplanerischen Wettbewerb. Die BV 5 verfolgt und unterstützt weiterhin mit Nachdruck alle Aktivitäten zur Neugestaltung des Kaiserswerther Marktes als einem historischen Ort von herausragender Bedeutung und ein wichtiges Element in der Versorgung mit Gütern

und Dienstleistungen für die Bürgerinnen und Bürger des Düsseldorfer Nordens und darüber hinaus.

Vor diesem Hintergrund bitten wir die Verwaltung um die Beantwortung folgender Fragen:

1. Wann ist eine Unterrichtung der Öffentlichkeit über die Ergebnisse der o.g. Veranstaltung geplant?

2. Wann ist mit der Vorlage eines Auslobungstextes, in dem die Stellungnahmen und Anregungen aus der o.g. Veranstaltung eingearbeitet sind, und der Auswahl der Büros für einen städtebaulich-freiraumplanerischen Wettbewerb zum Kaiserswerther Markt zu rechnen?

3. Wann ist mit der Durchführung des Wettbewerbs zu rechnen?

Stellungnahme der Verwaltung zu TOP 17 SV-Sitzung 28.04.2015

Zu Frage 1: Es ist vorgesehen, die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung voraussichtlich in der Sitzung der Bezirksvertretung 5 (BV) am 23.06.2015 vorzustellen und anschließend auf der Homepage der Landeshauptstadt Düsseldorf zu veröffentlichen.

Zu den Fragen 2 und 3

Für die Durchführung eines Wettbewerbs werden seitens der Verwaltung nicht genügend Spielräume gesehen. Die in einen Auslobungstextes aufzunehmenden sehr engen Rahmenbedingungen (vor allem bezüglich Denkmalschutz und Verkehr) lassen für die Ergebnisse eines Wettbewerbs nur wenige realisierungsfähige Varianten zur Umsetzung erwarten. Es ist vorgesehen, der BV 5 in der Juni-Sitzung einen Beschlussvorschlag für ein konsensfähiges und aus fachlicher Sicht als umsetzbar erachtetes Grundkonzept vorzulegen. Vorbehaltlich einer Entscheidung kann auf dieser Grundlage eine vertiefende Planung durch ein Büro erfolgen.

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Marktplatz Kaiserswerth um 1900

 


 

Düsseldorf-Kaiserswerth, 31.März 2015

Ausstellung der Peter Behrens School of Architecture der Fachhochschule Düsseldorf präsentiert “Entwürfe für Kaiserswerth”

01. April bis 11. April 2014 im Rathaus Kaiserswerth, Kaiserswerther Markt 23,

Montag bis Freitag von 16.00 Uhr bis 20.00 Uhr und Ostern von 11.00 Uhr bis 18.00 Uhr.

Gästebucheintrag:

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Entwurf:

Neugestaltung des Marktplatzes und der Uferpromenade in Düsseldorf-Kaiserswerth

Monika Raidok (WS 14/15 | Master 3 | Prof. Manfred Morlock):

“Kaiserswerth ist einer der ältesten Siedlungsplätze am Niederrhein. Seine historischen Ursprünge – Kloster/Stift, Kaiserpfalz und Marktsiedlung – sind im Stadtbild heute noch deutlich ablesbar. Auch die Bastionärsbefestigung des 16./17. Jahrhunderts ist weitgehend erhalten.” “Ein städtebaulicher Rahmenplan für Kaiserswerth, dessen Geschichte durch Gebäude und gebaute Räume auch heute noch erlebbar und ablesbar ist, muss aus den Vorgaben der geschichtlichen Entwicklung heraus gestaltet werden.” (Auszug aus dem Vorwort des städtebaulichen Rahmenplans, 1992)

 

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Ziel des hier vorliegenden Entwurfes ist es die Stärken, die den Stadtteil Kaiserswerth in seinem Gesamtbild prägen, aufzugreifen und durch behutsame und bürger-/ besucherorientierte Eingriffe an verschiedenen, prägnanten Standorten zu unterstützen und erlebbarer zu gestalten. Auf diese Weise soll jeder dieser Standorte für sich das Gesamtbild des Stadtteils auch im Detail wiederspiegeln. 

Die Umgestaltung beginnt bei der unter Denkmalschutz stehenden Pumpstation, die eine neue Nutzung als Unterkunft für Studenten oder Besucher Kaiserswerths findet. Sie wird nun durch einen zusätzlich angelegten Weg leichter auch vom Marktplatz erschlossen.

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Der zentrale Marktplatz wird, angelehnt an sein historisches Aussehen, umgestaltet und durch ein Café im Zentrum, einen Brunnen vor dem Kaiserswerther Rathaus, viele Sitzgelegenheiten und einen Bouleplatz belebt. Er erhält einen neuen Bodenbelag, der nun nach dem historischen Vorbild ohne Stufen und Bordsteinkanten ausgeführt wird. Die erkrankten Bäume werden durch neue ersetzt. Die Wahl fiel auf Kirschbäume, da sie durch ihren farbenfrohen Wechsel der Jahreszeiten eine besondere Atmosphäre schaffen.

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Der Weg vom Marktplatz führt zur Promenade, die durch weitere Kirschbäume und Möblierung ergänzt, bei der Ruine der Kaiserpfalz mündet.

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Neben der Promenade und dem Marktplatz ist hier ein weiterer zentraler Aufenthaltsort entstanden, der zum Verweilen auf der großzügigen Treppenanlage mit Blick flussaufwärts einlädt.

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Hier kann und sollte sich die Ruine dem Besucher stärker öffnen und durch Ergänzung mit einem Museum und einem integrierten Kiosk vervollständigt werden. Dem Spazierweg folgend kreuzt der Kittelbach und mündet im Rhein. Der ursprünglich angelegte Flusslauf ist einer renaturierten Auenlandschaft gewichen.

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Die Umgestaltung findet ihren Schlusspunkt beim stark frequentierten Restaurant mit anliegendem Biergarten, die bisher getrennt voneinander durch die Fährstrasse, durch die Umverlegung der Straße nun eine zusammenhängende und attraktive Platzsituation schafft. Der Standort bietet genügend Raum und Attraktivität für ein kleineres Hotel vom dem aus Kaiserswerth erkundet werden kann.“ Monika Raidok, März 2015

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Sporthalle Kaiserswerth

Düsseldorf-Kaiserswerth, 31.März 2015

Ausstellung der Peter Behrens School of Architecture der Fachhochschule Düsseldorf präsentiert “Entwürfe für Kaiserswerth”

01. April bis 11. April 2014 im Rathaus Kaiserswerth, Kaiserswerther Markt 23,

Montag bis Freitag von 16.00 Uhr bis 20.00 Uhr und Ostern von 11.00 Uhr bis 18.00 Uhr.

 

Entwurf A:   (es folgt ein weiterer Entwurf B)

Sporthalle Grundschule Düsseldorf-Kaiserswerth

Maria Trübenbach und Giulia Puder (WS2014/15 | Prof. Robert Niess):

“Da die Grundschule ein imposantes Gebäude aus dem Jahr 1912 ist, soll sich die neue Sporthalle weder anpassen, noch in den Vordergrund stellen. Aus diesem Grunde wurde dem Bestandsgebäude ein Neubau, mit völlig eigener Formsprache, zur Seite gestellt. Zudem wurde eine Lage gewählt, die für die Grundschüler gut fußläufig zu erreichen ist, den Denkmalschutz beachtet und in der die Schule als selbstständiges Bauwerk funktioniert.

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Der nordwestliche Teil des Schulgartens erwies sich als ideales Grundstück, da dieses gleichzeitig an den vorhandenen Außensportbereich eingebunden ist. Die Schüler haben somit die Möglichkeit den Außenbereich zu nutzen. Die neue Zweifachhalle ist über einen Arkadengang, der die linke Außenasche der Schule aufnimmt, erreichbar und passt sich somit auch dem städtebaulichen Kontext an. Zudem kann sie auch außerhalb der Schulzeiten separat für Sportvereine erschlossen werden. Der Wanderpfad wird entlang der alten Bastionsmauern geführt, so dass ein Bezug zur Geschichte herstellt wird.

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Die Sporthalle ist zweigeschossig. Durch die, zum Teil in das Erdreich eingelassene Halle, stellt sich das Gebäude auch mit seinen 10 m Höhe, in den Hintergrund der Schule. Auch die Materialität der Gebäude unterscheidet sich. Sichtbeton und Holz umfasst die neue Sporthalle und steht im Kontrast zur klassischen Mauerwerkfassade des Bestandsgebäudes und verstärkt den Gegensatz zwischen Alt und Neu. Das Hallendach wird durch ein Holztragwerk getragen. Verwendete Pfostenriegel unterstreichen diese Formsprache.

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Es besteht durch die aufgenommene Achse und dem dazugehörigem Arkadengang eine Verbindung zur Grundschule. Dieses Konzept wird ach in der Innenraumgestaltung weiter aufgenommen.

Im Erdgeschoss befindet sich ein Windfang mit Fahrstuhl, der die Sporthalle barrierefrei macht. Ebenso befindet sich dort der Tribünenteil, der über eine Empore verfügt und somit den Rollstuhlfahrern ermöglicht, das Spiel im unteren Teil der Halle zu verfolgen.

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Über eine Rampe, die die Achse von Außen nach Innen überträgt, gelangen die Sportler in den unteren Teil der Halle. Dort befinden sich neben dem Sportbereich auch die dienenden Räume. Die Achse wird von einer offenen Fensterfassade, die gleichzeitig die Rampe mit natürlichem Licht belichtet, betont.

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Bei der Gestaltung der Innenraumatmosphäre liegt das besondere Augenmerk auf der großen Glasfassade im gegenüberliegendem Teil der Tribüne. Der Blick von der Tribüne wird durch das Pultdach und die offene Fensterfront über das komplette Sportfeld geleitet. Die Fensterfront belichtet das Spielfeld mit natürlichem Licht und bietet eine offene Atmosphäre.”


 

Entwurf B:

Sporthalle 2 Grundschule Düsseldorf-Kaiserswerth

Michelle Kapousouzoglou, Kristina Weirich (WS2014/15 | Prof. Robert Niess):

“Die Aufgabe besteht darin, für die Schüler der Grundschule eine neue Sporthalle zu errichten, welche zugleich auch für Turniere der örtlichen Sportvereine genutzt werden kann.

 

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Unser Gebäude besteht aus zwei Teilen. Der vordere Teil ist die Eingangshalle, welche von drei Seiten erschlossen werden kann. Zwei Zugänge befinden sich jeweils außerhalb und ein zentraler Ein-/Ausgang innerhalb der Schule. Das Glasband, welches sich über der Hälfte der Eingangshalle befindet, verbindet den Bestand mit dem Neubau.

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In dem anderen Teil befinden sich unter anderem die Zuschauertoiletten sowie das barrierefreie WC und der Zugang zu den Tribünen. Die Zuschauer müssen nicht zuerst in den unteren Teil der Halle gehen, um die Tribünen zu erreichen. Es wurde eine barrierefreie Tribüne geplant, die durch einen breiten Flur auch für Rollstuhlfahrer und Kinderwagen gut geeignet ist.

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Im unteren Bereich befinden sich unter anderem die Umkleidekabinen mit integrierten Wasch-/ Duschräumen sowie weiteren Toiletten, einer Lehrer- bzw. Trainerraum, ein Technikraum, gedacht für die zentrale Lüftungsanlage, die Zugänge unter den hohlen Tribünen, welche als Abstellkammern gedacht sind, zwei Zugänge in die Halle, die beiden Geräteräume sowie der Lehrertechnikraum.

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Die Materialien beschränken sich im wesentlichen auf Stahlbeton, Stahl, Glas und Holz. Es war im Sinne, den Neubau optisch vom Bestand zu trennen, aber dennoch miteinander zu verbinden und eine verträgliche Situation zu schaffen.”

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Arbeitskreis Stadtentwicklung

  • Der AK (Arbeitskreis) Stadtentwicklung und Stadtbildpflege Kaiserswerth im HBV befaßt sich z.Zt. u.a. mit den folgenden Themen im Historischen Stadtkern Kaiserswerth (beliebige Reihenfolge):
  • Rundweg Nord in der Wallung
  • Illumination der Bastionsmauer und der Klemensbrücke
  • Mauerwerke der Klemensbrücke
  • Marktplatz Kaiserswerth
  • Rheinpromenade Kaiserswerth
  • Bastion St. Maximilian
  • Renaturierung Kittelbach Kaiserswerth
  • Gestaltung südlich Kuhtor
  • Deicherneuerung An St. Swidbert und Burgallee
  • Plattbodenschiff und dessen Aufstellung im Stadtkern Kaiserswerth
  • Illumination der Bastionsmauer und der Klemensbrücke

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Illumination der Bastionsmauer Juni 2015

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Illumination der Klemensbrücke Juni 2015